Sieben Seen Wanderung im Ridnauntal

Die Tour kann beginnen...

Noch im Sommer unternahmen Barbara und Mirko gemeinsam mit zwei Freunden die Sieben Seen Wanderung im hintersten Ridnauntal. Der Pfad ist kaum bewandert. Grund mag vielleicht die lange Gehdauer sein, dafür aber gestaltet sich die Wandertour im nördlichen Südtirol landschaftlich überaus abwechslungsreich. Glasklare, tiefblaue Wasser; Seen, gespeist vom Schmelzwassers der Gletscher; und all dies vor einer schlichtweg atemberaubenden Bergkulisse…   

———————————–

Am Freitag nach der Arbeit fuhren wir ins urig-schöne Südtiroler Ridnauntal. Die Wanderung dauert reine Gehzeit ca. 9 Stunden, weshalb wir beschlossen, diese Tour in 2 Etappen zu bestreiten. Zwar regnete es ununterbrochen, aber dennoch ließen wir uns vom Wetter nicht abhalten die erste Etappe anzugehen, denn laut Wetterprognose sollte es am darauffolgenden Tag schöner sein.

Unser Ausgangspunkt ist Maiern (1.417 m). Als Parkmöglichkeit bietet sich der Parkplatz vom Bergwerk Schneeberg an. Der Aufstieg dauerte ca. 1,5 Stunden und führte uns hinauf zur Poschalm / Moarerbergalm auf 2.114 m, wo wir übernachteten. Dieser Weg ist einfach zu begehen, da es sich um eine Forststraße handelt, die bis zur Alm hochführt. Dabei sieht man weiter oben ehemalige Beförderungstunnels, welche einst im Bergwerkbetrieb eine wichtige Rolle spielten. Auf der Poschalm sind wir sehr gut bewirtschaftet worden und hatten das Esszimmer sowie ein Schlafzimmer ganz für uns alleine. Das regnerische Wetter tauchte am Ende dieses ersten Tages das gesamte Tal in eine ganz besondere, verträumte Atmosphäre.

Am Morgen kitzelten uns die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht und die Glocken der Kühe einen Stock unter uns, gaben Signal zum Aufstehen und Aufbrechen, um die zweite Etappe zu beginnen. So gingen wir dem 33er Steig nach, der uns über Almwiesen und Bäche hinauf bis zum „Moarer – Egetensee“ (2.480 m) führte. Dort sind wunderschöne Fotos entstanden, weil die Morgensonne und die aufsteigenden Nebel ein unvergesslich schönes Licht ergaben.

Moarer - Egetensee

Der Weg führte nun über ein Hangschuttfeld hoch hinauf zum Egetenjöchl (2.695 m), der höchste Punkt unserer Wanderung, wo wir auch einer größeren Schafherde begegneten. Am Egetenjöchl nahmen wir linker Hand den Steig 33a hinunter zum „Hinteren Senner Egetensee“ (2.650 m) unterhalb der Timmelspitze. Hier konnten wir die Überreste ehemaliger Gletscher sehen.

Überreste einstiger Gletscher

Ab jetzt ging es sanft abwärts, teilweise über eine Mooslandschaft, die sehr idyllisch war. An einem der vielen kleinen Seen machten wir unsere Mittagspause und gingen in den Moosen und Wässern zum Kneippen.

Was für eine prächtige Kneippanlage...

Satte Moose

Anschließend bot sich uns ein wunderbarer Blick auf den größten See unserer Wanderung, den „Trübersee“ (2.350 m).

Der Trübersee

Von dort nahmen wir wieder Anschluss auf den Steig Nr. 33, hinunter zu den sogenannten Sandböden (2.130 m). Hier sind noch die Ausmaße des einstigen Gletschers an den nackten Felswänden sichtbar; auch ein Wasserfall stürzt von dem darüber liegenden Ebenferner zu den Sandböden hinab. Wir legen eine kurze Rast ein.

Wasserfall

Die aufkommenden Wolken ließen uns aber bald wieder aufbrechen. Nun galt es den letzten kurzen Anstieg in Richtung „Grohmanhütte“ zu bewältigen, bevor es dann endgültig nur noch bergab ging. Hier endete der Steig 33 und wir folgten nun dem Steig 9 hinab ins Tal. Dieser Weg führt recht steil hinunter zur „Aglsbodenalm“. Jedoch: Die Natur belohnt die Mühen mit vielen schönen Wasserfällen und üppiger Alpenvegetation.

Hinab ins Tal...

Bei der „Aglsbodenalm“ (1.717 m) angelangt, legten wir unsere letzte Rast ein und tranken ein kühles Bier. Das letzte Stück führte gemütlich entlang des Fernerbaches, hinab durch Wälder, hin zum Parkplatz. Auf den letzten Metern holte uns dann doch noch ein Gewitter ein. Das störte uns aber weiter nicht, da wir auf zwei wirklich tolle Wander-Etappen zurückblicken konnten und uns die Freude darüber im Gesicht geschrieben stand.

Tipp: Wer den Schneeberg noch nie gesehen hat, der kann einen Tagesausflug im Stollen verbringen, anschließend auf der Poschalm übernachten und am nächsten Tag die Wanderung starten.

Kurzbeschreibung:

Anfahrt: Sterzing – Ridnaun / Maiern – Bergwerksmuseum Schneeberg

Etappe 1

Aufstieg: Bergwerkmuseum (1.420 m) über Forststraße zur Poschalm (2.114 m), Dauer ca. 1,5 h

Etappe 2

Aufstieg: von Poschalm bis Egetenjöchl (2.695 m) über Steig 33, Dauer ca. 1,5 h

Abstieg: Von Egetenjöchl über Steig 33a und später 33 zu den Sandböden (2.130 m) in ca. 4 h, weiter auf Steig 9 hinunter zur Aglsbodenalm (1.717 m) und hinunter bis zum Parkplatz, Dauer 3 h

Konditionelle Anforderungen: Ausdauer erforderlich, aber mit vielen Pausen in zwei Etappen ohne Probleme machbar

Technische Anforderungen: Geländegängig

Autoren: Barbara & Mirko

Tags: , , , , , , , , , ,

No comments yet.

Leave a Reply