Gemeinsam mit ihren beiden Schwestern bildet sie das Dreigestirn der Tofanen, eine der markantesten und beliebtesten Felsformationen in den Dolomiten: die Tofana di Rozes. Unser Autor Helli ist aufgebrochen, um den imposanten Dolomiten-Berg zu erklimmen – teils entlang alter, einst bitter umkämpfter Kriegspfade…
———————————–
Es ist wieder einmal heiß, die Ferien sind angebrochen und um der sengenden Hitze im Tal auszuweichen ist ein Tourenziel gleich ausgemacht. Hinein in das wunderschöne Gadertal, vorbei an St. Kassian in Abtei und über den Falzaregopass runter in Richtung Cortina. Das Ziel der Autofahrt ist der Parkplatz zur Tofana di Rozes, die aufgrund ihrer formschönen Erhöhung ein ganz besonderer Leckerbissen inmitten der Dolomiten ist. Zudem ist auf über 3000 Metern Höhe die Hitze erträglicher als im Tal.
Vom Falzaregopass muss man einige Kilometer Richtung Cortina abfahren und nimmt die Abzweigung zur Dibonahütte, die zuletzt über eine Schotterstraße erreichbar ist. Man kann aber auch wie wir an einem naheliegenden Parkplatz das Auto abstellen und der Beschilderung Richtung Lipella Klettersteig über einen wunderschön angelegten Forstweg folgen. Nach einer guten Stunde erreichen wir dann schließlich das Felsmassiv samt Einstieg.
Die Klettergurte samt Sicherungsmaterial sind schnell angezogen und wir freuen uns schon auf den Kletterspaß. Wir sind nicht die einzigen. Eine Heerschar an Wanderern macht sich am Einstieg bereit. Wir starten gleich los und nach den Klammern und Einstiegsleitern schalten wir die Stirnlampen ein und wandern durch einen gesicherten und mit teilweise Treppen versehenen 500 m langen Felstunnel. Wir stecken im Menschenstau und es ist ganz schön kalt aber nun haben wir doch diese Passage hinter uns und genießen den gigantischen Ausblick und die wärmende Sonne. Wir diskutieren über die Soldaten, die sich hier an der Tofana im ersten Weltkrieg erbitterte Kaempfe geliefert haben. Hut ab und hoffentlich nie wieder Krieg.
Über lange Bänder geht es teilweise auch senkrecht über den ausgezeichnet versicherten Steig ständig höher und die Länge der Tour macht sich bemerkbar.
Bevor man nach einigen Stunden den Klettersteig hinter sich lässt, wird es nochmals rutschig und steil und uns wird alles abverlangt. Sogar meine Digicam verabschiedet sich über die Felsen nach unten. Zum Glück wurde niemand getroffen. Die hier abgebildeten Photos sind die letzten meiner Sony.
Die letzte halbe Stunde marschieren wir etwas langsam auf den Gipfel zu. Dann haben wir es endlich geschafft! Die verdiente Rast mit Traumkulisse tut uns sichtlich gut und wir verschlingen unsere Brote und die letzten Flüssigkeitsreserven.
Nun geht es bergab an einer Weggabelung rechts haltend und über schroffe Felsen hinunter zum Rifugio Giussani auf 2582 Metern. Vorsicht bei den Markierungen, da diese nicht immer eindeutig sind. An der Schutzhütte füllen wir unsere Flüssigkeitsreserven auf und gehen weiter Richtung Parkplatz. Vom Gipfel sind es immerhin rund 3 Stunden, und da darf man nicht trödeln! Das hat auch meine Begleitung verstanden!
Fazit: Eine lange Traumtour, die ich nur weiterempfehlen kann!
Kurzbeschreibung:
Anfahrt: Bruneck – Gadertal St. Kassian – Falzaregopass – Richtung Cortina
Start: Parkplatz in der Nähe der Dibonahütte auf 1800 m. Empfehlenswert wäre direkt an der Dibonahütte auf 2000 m zu parken.
Aufstieg: Parkplatz 1800 – Einstieg Klettersteig (1h) – zum Gipfel weitere 4-5h
Abstieg: Erste Weggabelung rechts, und über schroffe Felsen zur Giussanihütte 2582 (1,5 h) und weiter zum Parkplatz (1,5 h)
Konditionelle Anforderungen: sehr anstrengend
Technische Anforderungen und Ausrüstung: Klettersteigset samt Helm und Stirnlampe, im Frühsommer auch Steigeisen. Im Sommer unbedingt ausreichend Flüssigkeit mitnehmen. Schwindelfreies gehen auf einem mittelschwierigen Klettersteig, dessen länge nicht zu unterschätzen ist.
Autor: Helli



















Im Tunnel schauts aber abenteuerlich aus! Leider hab ich Platzangst…
Toller Artikel & sehr schöne Fotos!
Aber eines habe ich nicht ganz verstanden, ist nun die Kamera kaputt und du konntest die Speicherkarte noch retten?
Danke für die lobenden Worte! Ja, so wars…
Danke. Ja das mit der Kamera ist leider sehr schade. Sie ist effektiv kaputt, die Speicherkarte konnte gerettet werden, die Batterie ging verloren. Die letzten Photos wurden mit der anderen Digicam gemacht die wir mithatten.
Corinna bezüglich Platzangst, kann man den Tunnel eventuell auch umgehen! Also nächstes Jahr gibt es kein Zurück mehr für Dich!
Schöner Artikel und klasse Fotos!!