Traumhaft, dieser Altweibersommer. Das dachte sich auch unsere Autorin Tanja. Und so machte sie sich unlängst auf, einen 3000er in den Zillertaler Alpen zu bezwingen. Genauer gesagt die Wollbachspitze im urig schönen Tauferer Ahrntal. Ein Wanderbericht aus dem Südtiroler Osten – mit umwerfend schönem Gipfelpanorama.
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Ein eher unbekannter Gipfel, die Wollbachspitze oberhalb von St. Jakob in der Südtiroler Gemeinde Ahrntal, soll unser heutiges Ziel sein. Über den Forstweg wandern wir gemütlich bis zur Wollbachalm (ca. 30 min).
Dann eröffnet sich uns erstmals der Blick auf den sehr steil wirkenden Aufstiegsweg. Die Wollbachalm (ca. 1500 m) lassen wir links liegen und wandern entlang des Bächleins auf der rechten Talseite bergan. Vor einem kleinen Wasserfall queren wir auf die linke Seite und vermissen sogleich die Markierung und beschließen einfach bergwärts weiter zu gehen. Auf der rechten Seite des Baches geht’s hier recht steil weglos auf den Sandrain, einer von weitem erkennbaren Stirnmoräne, empor. Von grasenden Kühen werden wir noch vor dem Sonnenaufgang etwas ungläubig beäugt.
Weiter über Blockwerk und große Felsbrocken über einen relativ ebenen Boden geradeaus Richtung Norden. Auch die Markierung finden wir bald wieder und folgen dieser immer weiter über unangenehm große und wackelnde Felsbrocken und große Steine.
Es geht weiter bergauf, zur Abwechslung etwas weniger steil und auf halbwegs angenehmen Weg, bis kurz unter dem Wollbachjoch (ca. 2.900 m). Von hier geht’s abwechselnd den Steinmännchen folgend und die Markierungen suchend über einen Rücken bis unter den sehr steilen Gipfelhang.
Dieser bereitet uns etwas Sorgen, da der Aufstieg sehr ungünstig über sandigen Boden mit lockeren Steinen, genau über einem Abhang erfolgt. Wir beschließen vorsichtig den Aufstieg zu versuchen. Wir begehen teils auf allen Vieren die letzten Meter bis sich der Rücken legt und wir die zwei Gipfelkreuze erblicken.
Die Aussicht ist grandios und wir genießen den wunderschönen Tag auf dem einsamen Gipfel der Wollbachspitze. Die Aussicht auf die Dreiherrenspitze, Großvenediger und die Gletscher im Ahrntal ist wundervoll. Der Löffler liegt zum Greifen nah gegenüber. Bis zur Innsbrucker Nordkette reicht unser Ausblick.
Auf dem Abstieg erweist sich der beim Aufstieg noch so gefährlich erscheinende Gipfelhang als angenehmer als gedacht. Über den Steig und einige Schneeflecken kehren wir zurück bis auf den ebenen Boden des Sandrains und beschließen beim Abstieg nicht „unseren“ Weg zurück zu gehen, sondern den Markierungen zu folgen. Der Weg führt uns auch hier recht steil und in wenigen Serpentinen über steile Wiesenhänge zurück zum Wasserfall.
Wir hatten im Morgengrauen eine Markierung auf dessen linker Seite übersehen. Jedoch war unser Aufstiegsweg kein Umweg bzw. auch nicht viel steiler als der markierte Weg. Die Wollbachspitze ist eine eher lange und einsame Tour, welche gute Trittsicherheit erfordert und am Gipfelhang etwas Schwindelfreiheit.
Die Wege sind augenscheinlich wenig begangen und die Markierungen teilweise etwas ausgeblichen, jedoch aufgrund der Beschaffenheit der Landschaft ist ein Verirren kaum möglich. Auf der Wollbachalm kehren wir schließlich noch ein, um anschließend den Forstweg bis zum Parkplatz zurück zu wandern.
Kurzbeschreibung:
Anfahrt: Brixen – Bruneck – Sand in Taufers – St. Jakob – Bühel – bis zum Fahrverbotsschild vor der Wollbachalm
Start: Fahrverbotsschild vor der Wollbachalm (ca. 1500 m)
Aufstieg: Wollbachalm – über Weg Nr. 5 zum Gipfel ca. 4,5 h
Abstieg: wie Aufstieg
Konditionelle Anforderungen: Hoch (1700 hm)
Technische Anforderungen: keine
Autorin: Tanja
















