Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 – vom Pragser Wildsee bis nach Belluno

Ein namhafter Wanderführer-Verlag bezeichnet den Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 als “eine der schönsten Trekkingtouren der Welt”. Und wahrlich, wer die Bilder aus dieser zauberhaften Gegend sieht, der wähnt sich im Märchenland – auf Traumreise sozusagen. Eine Reise, welche auch Irmgard und Hermann länger schon antreten wollten. Nun endlich hat es geklappt. Ein Wanderbericht unserer beiden neuen Autoren aus dem Reich der Dolomiten. In vier Akten.

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Aufgrund der stabilen Wetterlage haben wir uns Mitte August entschlossen, einige Tage in den Bergen zu verbringen. Den Höhenweg Nr. 1, der vom Pragser Wildsee bis in die Nachbarprovinz Belluno führt, hatten wir schon lange im Visier. Eine Strecke von ca. 140 Kilometern, 8.200 Höhenmeter im Aufstieg und 9.100 Höhenmeter im Abstieg, lag vor uns…

1. Tag:

5.00 Uhr morgens am Pragser Wildsee im Hochpustertaler Prags, inmitten der Dolomiten. Ein junger Tag bricht an, der Mond verabschiedet sich und wir ziehen los. Der Tag verspricht traumhaftes Postkartenwetter. Über das Nabige Loch und entlang der Ofenmauer marschieren wir zur Seekofelhütte. Cappuccino, mmmh lecker!

Weiter geht es über Sennes und anschließend über Fodara Vedla und die Variante am Fuße des Col Bancdalse zum tiefgrünen Pischodelsee, bis hin zur Faneshütte. Weiter über das Limojoch, dem Limosee zur Almhütte Hochfanes. Hier genehmigen wir uns eine kleine Rast mit Apfelkuchen und Fruchtschorle. Wir genießen den Ausblick auf den Monte Cavallo, die Furcia Rossa und den Valon Bianco, mit dem berühmten Kriegssteig „Sentiero della pace“.

Weiter geht’s, der Rucksack ist ungewohnt schwer, zum Tadegajoch bis zur Abzweigung in Richtung Forcella del Lago, wo wir zufällig auf Freunde treffen. Nach einem kurzen Plausch und einem erfrischenden Schluck Quellwasser führt uns der Wandersteig hinauf zur Scharte. Der Abstiegspfad ist sehr gut angelegt, obwohl es steil bergab zum Lagazuoi See geht, in dessen Schwarz sich die Felsen der umliegenden Berge spiegeln.

Unsere Wanderung führt an den südlichen Fanestürmen vorbei zur Lagazuoi Scharte, wo wir zum Falzaregopass absteigen. Es ist 15.00 Uhr und wir halten nach einem Nachtquartier Ausschau. Da an den Cinque Torri Hütten alles belegt ist, sind wir gezwungen am Falzaregopass zu übernachten.

Nachstehend das Tourenprofil samt Karten der 1. Etappe:


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2. Tag:

Nach einem einfachen Frühstück geht es in den frühen Morgenstunden weiter über Cinque Torri ins Tal, Ponte di Rocurto und in Richtung Croda da Lago. Die aufgehende Sonne lässt die Ostflanken der Tofane im herrlichen Morgenrot glühen. Nach dem Aufstieg im dunklen Wald zeigt sich uns ein atemberaubendes Panorama, der Lago di Federa mit dem majestätischen Becco di Mezzodi im Hintergrund.

Nach kurzer Kaffeepause in der Palmierihütte wartet schon der Zustieg zur Forcella d’Ambrizzola. Eine Herde hunderter Schafe und eine  Eselgruppe begleitet uns über saftige Almen hinunter zur Città di Fiume Hütte und unter den imposanten Wänden des Monte Pelmo geht es für uns weiter zum Staulanza Pass. Die Terrasse lädt uns zum Verschnaufen ein. Die Spezialität des Hauses „Cestino mit Joghurt und Waldfrüchten“ – sehr erfrischend!

 

Ein Stück der Straße folgend geht es in der ersten Kehre durch den Wald zur Malga Vescova und hinauf zur Malga Pioda. Über Serpentinen führt der Steig zum Rifugio A. Sonino al Coldai an der Ostseite der Civetta und dem Ausgangspunkt zum bekannten Alleghesi-Klettersteig. Ein letzter Blick zum Monte Pelmo, der sich von hier aus von seiner prächtigsten Seite zeigt, vorbei am Lago Coldai, den die Italiener für sich erobert haben, geht es unter der mächtigen Nordwand der Civetta über Schnee- und Sandfelder weiter.

Unterhalb der A. Tissi Hütte, ziehen wir über grüne Hochflächen zum Rifugio M. Vazzolèr, wo wir uns heute einquartieren. Das typische Abendrot an den Senkrechten der Civettagruppe lässt das Herz eines jeden Alpinisten höherschlagen.

  

Die Hälfte der Tour dürfte geschafft sein… Weißbier, wohl bekommt’s!

Nachstehend das Tourenprofil samt Karten der 2. Etappe:


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3. Tag:

Im Morgengrauen brechen wir auf… bergabwärts bewegen wir uns über eine Naturstraße durch lichten Nadelwald und dann hinauf zur Forcella Col Palanzin, Col dell’Orso und Del Camp zum Rifugio Carestiato. Von Weiten kommt uns ein lieblicher Duft von frischgebackenem Apfelstrudel entgegen. Wir „Neunern“, genießen die frische Bergluft und schauen den Kletterern am Moiazza-Massiv zu.

Gestärkt und gut gelaunt geht es zum Passo Duran, von da aus in Richtung Süden über die geteerte Straße abwärts bis zur Abzweigung Malga Càlleda Vecchia, Forcella Dagarei und Cas. Moschesin. Immer wieder genießen wir den unbeschreiblich schönen 360°-Ausblick auf die Bergwelt der Dolomiten. Der Hunger macht sich bemerkbar und wir nähern uns der Pramperèt-Hütte. Der Wirt empfiehlt Penne mit Ragù. Es waren nicht zwei, wohl eher 4 bis 5 Portionen, die in einer Gusseisenpfanne serviert wurden. Alles aufgegessen – lecker!

Wohl gestärkt geht es für längere Zeit bergauf zum Portèla Piazedèl und der Forcella Sud del Van de Città in der M. Tàmer Gruppe mit Sicht hinunter auf grüne Böden. Der letzte Abstieg zum Rifugio Pian de Fontana ist extrem steil und von bunt blühenden Alpenblumen geschmückt. Allmählich wird die Vegetation schon südlicher. Die gegenüberliegende Schiara-Gruppe lädt uns zum Verweilen ein und wir übernachten hier.

   

Nachstehend das Tourenprofil samt Karten der 3. Etappe:


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4. Tag:

Die Nacht war kurz und unsere Zimmerkollegen „schnarch, schnarch…“. Wir haben kaum ein Auge zugemacht. Trotzdem ziehen wir wohlgemut in die Natur und freuen uns auf den letzten Tag.

Anfangs erwartet uns ein kurzer Abstieg mit anschließendem Aufstieg zu den Forcelle La Varetta, Nerville und Del Màrmol in der Schiaragruppe. Am Bivacco Sandro Bocco al Màrmol ziehen wir unsere Kletterausrüstung an und los geht’s über die senkrechte Nordwand hinunter zum Rifugio Settimo Alpini.

Kurz vor Mittag genießen wir dort Spaghetti und Rotwein. Jetzt geht es noch knappe zwei Stunden über eine wilde Schlucht hinaus in Richtung Belluno bis Case Bortòt, wo uns ein Freund abholt und uns zum Bahnhof nach Belluno bringt. Mit dem Bus treten wir die Heimreise an.

Nachstehend das Tourenprofil samt Karten der 4. Etappe:


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Kurzbeschreibung:

Anfahrt: Toblach, Niederdorf, dann Abzweigung nach links Pragser Wildsee bis zum Parkplatz

Start: Pragser Wildsee

Aufstieg: Pragser Wildsee in Südtirol – siehe 4-Tages-Etappenführung – Belluno

Abstieg: Rückkehr mit dem Bus

Konditionelle Anforderungen: anspruchsvoll, wir empfehlen die Tour in mehreren Etappen aufzuteilen

Technische Anforderungen: Trittsicherheit und Klettersteigerfahrung

Autoren: Irmgard & Hermann

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4 Responses to “Dolomiten-Höhenweg Nr. 1 – vom Pragser Wildsee bis nach Belluno”

  1. Tanja
    8. September 2011 at 10:41 #

    Super Tour!
    Gehzeiten der einzelnen Abschnitte wären interessant?
    lg
    tanja

    • Hermann und Irmgard
      29. September 2011 at 18:57 #

      Hallo Tanja,
      wie gewünscht die Gehzeiten der einzelnen Etappen inklusive Pausen:
      Tag 1: 10:08:15
      Tag 2: 10:22:34
      Tag 3: 9:20:27
      Tag 4: 7:23:56

      Diese Tour ist auf absolut empfehlenswert!
      Schöne Grüße
      Irmgard und Hermann

      • Ursula Thissen
        15. Februar 2012 at 19:23 #

        Hallo,

        ich wollte mal anfragen, ob die Übernachtungen in festen Hütten sind oder ob man sich selbst versorgen muss? gibt es 2 Bettzimmer?

        Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen :-)
        Beste Grüße
        Ursula

        • Irmgard und Hermann
          17. Februar 2012 at 15:52 #

          Hallo Ursula,
          übernachtet wird in festen Hütten. Es gibt normalerweise Mehrbettzimmer und Lager mit Etagendusche. Wir würden dir auf jeden Fall raten vorher anzurufen um zu reservieren, auch wenn es nur ein Lagerplatz sein soll.
          Auf ein Zweibettzimmer sind wir nur durch Zufall in der Vazzoller Hütte gestoßen. Es hatte allerdings ein Etagenbett :-) .
          Absolut empfehlenswert sind die Carestiato Hütte und die Einkehr am Passo Duran.

          Wir wünschen dir eine schöne Bergtour in den Dolomiten!
          Irmgard und Hermann

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